2Unbreakable

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Von der Straße zur olympischen Disziplin! Mit BREAKING wurde in den ...
 
... 70iger Jahren ein Tanzstil geboren, der es weit geschafft hat.
 
Und für die mehrfach ausgezeichnete Regisseurin Maike Conway deshalb Grund genug war, zwei leidenschaftliche Athleten in dieser Disziplin, Joanna und Serhat, auf ihrem Weg in den sportlichen Olymp zu begleiten.
 
Olympia Made in Germany
 
Serhat lebt in München und auch dort geboren, aber ursprünglich aus Uigure. Seine Familie stammt nämlich aus dem autonomen Gebiet Xinjiang im Nordwesten Chinas. Und ist bereits im deutschen Bundeskader. Er hat das Breaken schon mit sechs Jahren im Jugendzentrum im Münchner Kieferngarten für sich entdeckt. Seit 2008 ist Serhat Mitglied der „Sankofa“ Crew. Frei leben und tanzen zu können, ist für Serhat keine Selbstverständlichkeit.
 
Joanna floh 1995 über Kasachstan nach Deutschland. Mit 17 wurde sie in der Crew „The Saxonz“ aufgenommen. Sie ist das einzige BGirl in der Crew und trainiert im Landeskader Sachsen. Ihr Ziel ist es 2023 in den Deutschen Bundeskader zu kommen, dafür muss sie in Vorentscheiden, sogenannten „Ranking Battles“, möglichst viele Punkte sammeln.
 
Vergiss nicht wer du einmal gewesen bist
 
Maike Conway konnte mit ihren Dokumentarfilmen bereits mehrere Preise und Nominierungen verzeichnen. Für ihren Langzeitdokumentarfilm CORINNES GEHEIMNIS, über ein Kind, welches bei der Geburt mit dem HI-Virus infiziert wurde, erhielt den Bayerischen Fernsehpreis 2016, den Medienpreis der deutschen Aidsstiftung 2016 sowie eine Grimme Preis Nominierung.
 
Und auch diesmal möchte uns die renommierte Regisseurin in den Bann ziehen. Und in ihrer Dokumentation von Beginn an durch positive Musik und mitreißende Musik näherbringen, warum die Protagonisten für diesen Sport brennen. Wie steinig deren sportlicher Weg war und ist, um ihn professionell ausüben zu können. Mit Einblicken in das Leben von Serhan und Joanna. Ihre Herkunft, wie sie aufgewachsen sind und ihren Alltag meistern müssen. Im Falle von Serhan gleitet der Film sogar etwas in eine politische Richtung ab.
 
Dennoch bleibt sie bei 2UNBREAKABLE in diesen Punkten größtenteils an der Oberfläche. Weshalb man als Zuschauer nicht so richtig warm mit den beiden ambitionierten Protagonisten wird. Denn jeglicher persönliche Rahmen dient stets dazu einen sprachlichen oder szenischen Wechsel zum Hauptthema des Films, dem BREAKING, einzuleiten.
 
Außerdem wiederholen sich viele Aussagen der Beiden im Laufe der 90 Minuten.
 
 
Monotone Sichtweise
 
Und das was den Sport ausmacht wird uns zwar durch visuell ansprechende Montagen beeindruckend nähergebracht, allerdings hat man sich daran schnell satt gesehen. Vor allem weil alles bis auf wenige Ausnahmen fast immer an denselben Locations, einer alten Sporthalle oder davor, stattfindet. Etwas, dass die Dokumentation zäh und alles andere als kurzweilig macht.
 
 
Fazit
 
Maike Conway ist es leider nur teilweise gelungen die Leidenschaft von zwei jungen, bodenständigen Menschen einzufangen. Ein schicksalbehafteter oberflächlicher Rahmen, gekoppelt mit sporadisch eingesetzten schöne Bildern und mitreißender Musik unter monoton Wettkämpfen reichen nämlich nicht aus, um eine breite Masse neunzig Minuten in den Bann zu ziehen. Deshalb wird diese Dokumentation wohl nur all jene begeistern, die mit dieser Sportart etwas anfangen können.
 
 
2UNBREAKABLE startet am 20. Juni 2024 in den deutschen Kinos.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor/in: Max Wrede
  • Regisseur: Maike Conway
  • Drehbuch: Maike Conway
  • Besetzung: Serhat, Joanna